Führerschein verloren – was tun?

Ob im vorweihnachtlichen Trubel oder beim Bezahlen, klein wie eine Scheckkarte steckt der Führerschein in den meisten Fällen in der Brieftasche. Ist die Brieftasche weg, ist auch der Führerschein verschwunden oder geklaut. Zwar lässt sich der Führerschein ersetzen, doch das dauert Zeit und kostet Geld. Außerdem spielt es eine Rolle, ob der Führerschein verloren ging oder gestohlen wurde.

Weil es in Deutschland nicht erlaubt ist, ohne den Führerschein mit einem Auto oder anderen Fahrzeug auf der öffentlichen Straße unterwegs zu sein, muss ein Führerschein als Ersatz beantragt werden. Wer den Führerschein verloren hat und ihn in einer Polizeikontrolle nicht vorweisen kann, bekommt sonst mindestens eine Verwarnung. Glücklicherweise ist der Ersatzführerschein relativ leicht erhältlich. Je nachdem, wie sehr die zuständige Führerscheinstelle und die Bundesdruckerei ausgelastet sind, ist dieser nach zwei bis sechs Wochen fertig. In der Zwischenzeit hilft ein vorläufiger Führerschein weiter. Bei einer Kontrolle reicht dieser für als Nachweis aus, dass derjenige, der den Führerschein verloren hat, wirklich berechtigt ist, ein Fahrzeug zu fahren. Außerdem kann man sich von der Mitführpflicht des Führerscheins befreien lassen. Das kostet allerdings eine Extragebühr.

Was ist zu tun, wenn der Führerschein verloren wurde?

Einen Ersatzführerschein beantragen

Der Ersatzführerschein muss persönlich bei der jeweiligen örtlichen Behörde beantragt werden, die für die Fahrerlaubnis zuständig ist, weil für das Dokument eine eigenhändige Unterschrift geleistet werden muss. Dafür sind die folgenden Unterlagen und Dokumente notwendig:

  • Lichtbildausweis oder Reisepass
  • Aktuelles Biometrisches Lichtbild ohne Rand, 45 x 35 mm groß im Hochformat
  • Karteikartenabschrift: Wurde der Führerschein von einer anderen Fahrerlaubnisbehörde ausgestellt, muss eine Karteikartenabschrift bei der ursprünglichen Behörde beantragt werden. Das ist dann oft der Fall, wenn der Inhaber des Führerscheins umgezogen ist.
  • Eidesstattliche Versicherung: Mit einer Eidesstattlichen Versicherung wird erklärt, dass der Führerschein verloren wurde. Diese Eidesstattliche Versicherung kann entweder bei einem Notar oder direkt bei der Behörde, die für die Fahrerlaubnis zuständig ist, gemacht werden. Wurde der Führerschein allerdings geklaut, entfällt die Eidesstattliche Versicherung. Dann muss eine Anzeige wegen Diebstahl erstattet werden. Die Diebstahlbescheinigung der Polizei gilt bis zum Erhalt des Ersatzführerscheins als Übergangsdokument.

Der Übergangsführerschein

Weil es bis zu sechs Wochen dauern kann, bis der neue Führerschein als Ersatz fertig ist, stellt die zuständige Fahrerlaubnisbehörde so lange einen Übergangsführerschein aus, wenn der Führerschein verloren wurde. Welche Behörde zuständig ist, lässt sich einfach auf den Internetseiten des jeweiligen Wohnortes einfach herausfinden. In der Regel ist es das Straßenverkehrsamt, das den Übergangsführerschein ausstellt, bis der Ersatzführerschein neu gedruckt ist. Auf diesem Übergangsführerschein stehen sowohl der Name, die Adresse, die Fahrzeugklassen, die gefahren werden dürfen, also prinzipiell auch das, was im Führerschein selbst steht. Nur ein Lichtbild ist auf dem Übergangsführerschein nicht vorhanden. Wer zufällig eine Kopie von seinem alten Führerschein hat, erleichtert der Behörde die Bearbeitung. Zwar kann der Übergangsführerschein gleich ausgestellt und mitgenommen werden, jedoch nur, wenn der Betreffende mit seinem Personalausweis nachweisen kann, dass er es auch wirklich ist.

Kosten für den Führerschein

Grundsätzlich kostet der Antrag für einen neuen Führerschein 35 Euro. Darin sind bereits die Kosten für den Druck des Dokumentes enthalten. Wenn der Führerschein verloren wurde, fallen noch einmal 30 Euro für die Eidesstattliche Versicherung an. Mit dieser Erklärung versichert man, dass der Führerschein verloren wurde. Denn es gilt – ähnlich wie für den Reisepass und den Personalausweis: Nur ein Dokument ist pro Person erlaubt. Einen Zweitführerschein gibt es nicht, auch wenn das für manche praktisch wäre. Wurde der Führerschein dagegen gestohlen, fallen die Kosten für die Eidesstattliche Versicherung weg. Dafür stellt ja die Polizei eine Bescheinigung über den Diebstahl aus. Für den Führerschein werden somit keine weiteren Kosten fällig. Beachten sollte man, dass man ohne einen gültigen Führerschein nicht mit dem Auto zur Behörde fahren darf. Wer niemanden hat, der ihn dorthin fahren kann, sollte lieber mit dem Bus oder Taxi fahren, bevor er ohne Führerschein unterwegs ist.

Der Führerschein wurde wiedergefunden

In der Eidesstattlichen Versicherung wird nicht nur erklärt, dass der Führerschein verloren wurde, sondern es wird auch zugesichert, dass bei einem Wiederfinden der Führerschein zurück an die Fahrerlaubnisbehörde zu geben ist. Deswegen muss der wiedergefundene Führerschein abgegeben werden.

Was machen, damit das nicht wieder passiert

Damit der Führerschein nicht verloren geht, sollte er sicher aufbewahrt werden. Wer den Führerschein in seiner Brieftasche unterbringt, kann diese sicher in einer geschlossenen Tasche aufbewahren. Dort kann weder die Brieftasche, noch der Führerschein verloren gehen.

Fazit

Zwar ist der Schreck erst einmal groß, wenn bemerkt wird, dass der Führerschein verloren wurde, doch ein großes Drama ist das nicht. Ein entsprechender Ersatz lässt sich schnell beschaffen. Dabei sollte allerdings beachtet werden, dass ohne Führerschein kein Fahrzeug im Straßenverkehr gefahren werden darf: Erst mit dem Übergangsführerschein ist eine Fahrt mit dem Auto wieder möglich. Nach spätestens sechs Wochen kann der neue Ersatzführerschein dann bei der Behörde abgeholt werden.